ABENTEUER - CAMPEN. TEIL 1  
     
  DER CAMPER  
     
 

Tja. Eben. Abenteuer? Campen! Teil 1, weil ich mich wohl noch ein paar Mal zum Thema äussern werde. Euer Kofi muss ja irgendwo übernachten. Meistens auf oder im Auto. Das macht mich wohl oder übel zum Camper... Und da ich bis jetzt noch nicht allzu oft, und vor allem auch nicht in wirklich wilder Natur, wild gecampt habe erst recht. Denn, ich gestehe, ich gebe gerne etwas Geld aus für ein anständiges Klo und Dusche. Deshalb mal ein Bericht von den Campingplätzen, beziehungsweise meinen dortigen Mitbewohnern, den Campern. Das wilde Campen zwischen Elefanten, Löwen und sonstigem Getiere kommt dann noch früh genug.

Ja. Die Camper. Logisch auf Campingplätzen hat es Camper und Innen. Die Camper in ihren Caravans sind bisher meine Begleiter. Sie sind überall, wo ich bin. Meistens bleiben sie für eine Nacht, dann ziehen sie weiter. Kommen an, fahren ihre Satellitenschüssel aus und gucken sich dann ihre gewohnten Sendungen an. Muss schon ganz cool sein. Irgendwo in Marokko zu sitzen und die Tagesschau oder die Sportschau oder sonst was Unverzichtbares zu schauen. Die nähere Umgebung, das Dorf, der Markt, die Menschen sieht man auch vom Auto aus, oder eben in einer Doku am TV. Ich habe Camper getroffen, die waren zwei Tage am gleichen Ort (immerhin), 15 Minuten vom Dorf entfernt, die waren nie im Dorf. Nicht von Interesse. So nach dem Motto: Marokko (oder sonst ein Land): durchfahren und gesehen. War schön. Halt Afrika. Du weisst schon.

Ein bisschen erinnern sie mich immer wieder an die Traveller. Die können in ihrem Rucksack zwar keine Satellitenschüssel und Fernseher mitnehmen, aber in jedem Traveller Dorf hat es mehrere Fernseher und dort läuft Fussball oder Hollywood, was will der Traveller mehr. Die Unterhaltungen von Travellerinnen und Camperinnen. Immer die Gleiche: „Woher kommst du?/ Wohin geht’s weiter?/ Wir waren schon da und dort und gehen noch da hin/ Und das musst du unbedingt machen/ Das auf keinen Fall/ Und dort darfst du dich auf keinen Fall abzocken lassen, wir haben es so gemacht, dass ist die günstigste Variante“ usw. usf. Und dabei halten sie sich alle für grosse Entdecker. Nicht so wie der Pauschal- oder der geführte Tourist. Dabei sind die Einen einfach voll im Lonely Planet, die Anderen in irgendeinem Caravan Führer. Und die Neugierde geht am Arsch. Natürlich gibt es auch Unterschiede. Camper sind für ihr Alter eigentlich sehr abenteuerlustige Herumstänkerer, Traveller sind dagegen eher coole, pseudo-tolerante Nörgler. Erstere sind zwar zu grossen Teilen Rentner, es kann aber nie schnell genug gehen (zumindest wenn ihnen irgendwas geliefert werden sollte), dafür zahlen sie depperte Preise für keine Leistung; Letztere sind reiche Söhne oder Töchter, die auch um den Rappen ernsthafte Verhandlungen führen bis es der Marktfrau/dem Taxifahrer definitiv zu blöd wird. Dafür nehmen sie es immer „easy“ und haben ewig Zeit, solange ihnen von den Eingeborenen das Gefühl vermittelt wird, dass sie wirklich dazugehören. Es bleibt anstandshalber noch anzufügen, dass es auch tatsächlich Ausnahmen gibt, welche die Regel bestätigen.Aber wo die zurzeit sind, weiss ich auch nicht.

Nun. Ich, Kofi, bis jetzt verhinderter Abenteurer, war Traveller und bin jetzt Camper. Es kann nur besser werden...

 

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