MAROKKO - MACHT LAUNE  
     
  GEDANKENSCHNIPPSEL. TEIL I  
     
 

Ja meine Lieben. Langsam aber sicher war’s das mit Marokko. Kurve in der Westsahara rum. Zeit für ein Resümee. Grosses Wort für die kommenden Gedankenfetzen...

 

Vorurteil Marokko: Moslems (Terroristen?) Frauen benachteiligt (wo schon nicht...?), Hippie-Kiffer-Land, gastfreundlich (siehe Moslems), aufdringliche und mühsame Verkäufer, Schlitzohren, sehr gutes Essen, gefährlich (Afrika, Moslems, Terroristen und so...). Und dann kam ich dahin. Und was war? Nichts gefährlich, nichts aufdringlich. Gastfreundlich. Essen sehr gut, Frauen benachteiligt (aber klar doch. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit durften die nicht mal zur Schule. Nun gut, als Schweizer, sollte man da nicht eine all zu grosse Klappe führen. So von wegen Frauenstimmrecht und so). Doch der Reihe nach...

Das erste was mir in Marokko auffiel war: das ist gar nicht Afrika. Zumindest nicht so wie ich es kannte. Nun gut. Dass die Menschen nicht so schwarz, wie in Schwarzafrika (!) sind, liess sich noch fast erahnen. Aber die Strassen, mit Strassenschildern und Wegweisern. Intakt und korrekt. Das Warenangebot. Die Cafés. Eher fühlte ich mich noch in Spanien, als in Afrika. Andererseits: Esel, Geissen und sonstiges Getier hatte, vor allem in den Dörfern, doch etwas mehr Auslauf als bei uns. Kinder: deutliches Plus. Alte: deutliches Minus. Und der Müll, sprich all der Plastikscheiss, lag schon überall rum. Durch den Wind auch auf städteferne Wiesen verweht und verunstaltete immer mal wieder die Landschaft ziemlich Afrikatypisch.

Apropos Landschaft und jetzt mal abgesehen vom Müll: Da wurde ich auf dem falschen Fuss erwischt. Siehe Vorurteile. Mit der Landschaft habe ich nicht wirklich gerechnet. Die ist ja wirklich der absolute Hammer! Von Schneebergen bis zur Wüste. Grüne Wiesen, braune Berge, herrliche Strände. Flüsse, Meer, Seen. Blumen, Palmen, Nadelwälder. Und das alles innerhalb von ein paar hundert Kilometern. Olivenbäume, Mandelbäume, Orangenbäume. Eine Pracht. Und ich kann euch versichern, ich kenn mich da nicht gut aus, mit Bäumen und Pflanzen und so. Es gäbe da noch viel mehr zum Aufzählen. Und dazu kommt das Licht. Also. Wie soll ich sagen. Diejenigen, die mich kennen, wissen: Kofi, netter Kerl, aber so von wegen Feinheiten, Feinmotorik, Schönheiten (also ich mein jetzt Ästhetik, Kunst und so) nicht der mit der grossen Ahnung. Aber auch ich, meine Lieben, auch ich habe es gesehen: das mediterrane (!) Licht. Dasjenige wo sie in den Büchern immer mal wieder gerne von schreiben. In Marokko ist dieses Licht so verdammt offensichtlich, dass es auch ein Halbblinder wie ich sieht. Herrlich! Am Morgen (und es muss nicht einmal früher morgen sein) durchs Land zu fahren (meinetwegen kann man auch spazieren) war immer wieder ein Erlebnis und ein Genuss fürs Auge, alleine aufgrund der Tatsache, wie das Licht das Land erhellte, beleuchtete, in Szene setzte. Herrlich! Marokko – Sehen und na ja man muss ja nicht gleich sterben. Aber sehen sollte man Marokko schon mal.

 

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